Wir aufgeklärten Europäer zeigen gerne mit dem Finger und der nötigen moralischen Empörung auf die Amerikaner. Ohne verharmlosen zu wollen, was in der Ära Bush geschehen ist, so wäre es zu hoffen, dass all diejenigen, die sich über Guantanomo und zweifelhafte Verhörmethoden aufregen, das Augenmerk auch auf doch ähnliche Geschichten hierzulande richten würden. Letzte Woche hatten wir in der SP 5 eine Monatsversammlung mit Mitgliedern des Bleiberechts-Kollektiv. Was die Engagierten über Zustände im Ausschaffungsgefängnis am Flughafen und in den privatisierten Notunterkünften erzählten, gab zu denken. Immerhin kann man doch davon ausgehen, dass die grosse Mehrheit der Guatanamo-Häftlinge tatsächlich feindliche Kämpfer und Terroristen sind, wohingegen die Häftlinge im Ausschaffungsknast sich lediglich illegal in der Schweiz aufgehalten haben. Was Eindruck macht ist das Engagement der Mitglieder des Bleiberecht-Kollektiv, die sich mit viel Herzblut, Courage und Pragmatismus für Sans Papiers und abgewiesene Asybewerbende einsetzen. Zum Beispiel mit Deutschkursen in der autonomen Schule oder in dem sie den Betroffenen Migros-Gutscheine abkaufen. So dass diese wenigstens mal Geld für ein Busbillet oder ähnliches haben. Mehr Infos auf: http://www.bleiberecht.ch.

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